21.03.2012

Alles komplett, alles dicht

Nürnberg/Leinfelden-Echterdingen - (rp) „Ganzheitliche Kompetenz bedeutet, dass alle erforderlichen Systemkomponenten exakt aufeinander abgestimmt sind und professionelle Serviceprogramme für wichtige Zusatzleistungen sorgen.“ So fasste Roto während der „fensterbau/frontale“ den Inhalt der Unternehmensstrategie im Sektor „Türtechnik“ zusammen. Das Resultat sei die in diesem Marktsegment „umfangreichste Qualitätspalette“. Sie stärke einerseits die eigene Wettbewerbsposition und erhöhe andererseits erheblich den Nutzwert für die Kunden. Während sich Türenhersteller durch die Verzahnung z. B. auf funktionierende Prozess- und Projektabläufe verlassen könnten, garantiere sie dem Handel primär die gewünschte Beratungssicherheit. Nicht zuletzt deshalb gehörte das „Door“-Programm zu den Themen- und Neuheitenschwerpunkten im Rahmen des Messeauftrittes des weltweit agierenden Bauzulieferers.

Generell müsse die Sortimentspolitik bei Verriegelungen und Schlössern z. B. die von Land zu Land häufig abweichenden, zwischen 70 mm und 94 mm betragenden Abstände zwischen Profilzylinder und Griff berücksichtigen. Hinzu komme die heterogene Praxis bei Drücker- bzw. Zylinderbetätigungen. Bei Schwellen und Bändern wiederum gelte es, länderspezifischen Kriterien etwa bei der Profilqualität, der Tiefe mit mehr Kammern bei PVC-Profilen und besonderen Profilgeometrien zu entsprechen. Aus dem allgemeinen Trend zu individuellen Ausstattungen resultiere eine weitere wichtige Aufgabe.

Dennoch ließen sich auch mehr oder minder globale Entwicklungen erkennen. Dazu zähle die stetig wachsende Beliebtheit hoher und schwerer Eingangstüren. Außerdem sei das bisher meist auf Fenster beschränkte Energieeffizienz-Thema künftig bei Türen ebenfalls im Aufwind. Schließlich gehe es mit Blick auf das zunehmende Sicherheitsbedürfnis der Menschen um intelligente Lösungen für einen ebenso wirksamen wie variablen Einbruchschutz.

Nürnberger Live-Premiere
Auf dieser Basis umfasse die türtechnische Palette von Roto die vier Segmente „DoorBase“, „DoorSafe“, „DoorLine“ und „DoorPlus“. Im Ergebnis führe das zu dem von den Marktpartnern erwarteten lückenlosen Komplettangebot. „Alles aus einer Hand“ laute daher die praxisorientierte Kernbotschaft.

Die Produktgruppe „DoorBase“ decke das Repertoire an Einsteckschlössern ab. Das breit gefächerte „DoorSafe“-Portfolio beinhalte neben E-Öffnern und Rahmenteilen im Wesentlichen vielfältige Mehrfachverriegelungs-Programme. Im Einzelnen nannte der Hersteller mechanische Lösungen für ein- und doppelflügelige Türen (zylinder- und drückerbetätigt), automatische Varianten sowie elektromechanische Produkte. Besonders hob Roto die seit Sommer 2011 weltweit eingeführten Mehrfachverriegelungssysteme „DoorSafe 600“ für Eingangs-, Flucht- und Paniktüren hervor. Die in Nürnberg erstmals „live“ gezeigte Schlossgeneration setze in puncto Sicherheit, (Energie-)Effizienz und Komfort neue Maßstäbe. Das beruhe vor allem auf der exklusiven Kombinationsverriegelung. Die Innovation sei mit einem Bolzen sowie mit einem 9 mm breiten Kraftkeil ausgestattet, der am Markt gegenwärtig über eine Alleinstellung verfüge. Das Funktionsprinzip: Beim Verriegeln zieht zunächst der Keil an, bevor der Bolzen folgt. Der daraus resultierende hohe Anpressdruck beuge dem Verziehen der Tür vor und sorge für dauerhafte Dichtigkeit. Sie sperre im Übrigen auch Kälte und Zugluft aus, verbessere so die Emissionswerte spürbar und senke damit die Energiekosten.

Außerdem zeichne sich das neue Programm durch zahlreiche weitere Vorteile aus. Das Spektrum erstrecke sich von leichter Bedienung und der Eignung selbst für kleine Dornmaße ab 25 mm über starke Einbruchschutz-Leistungen sogar auf RC 3-Niveau bis zu Edelstahlelementen für Alu-Türen und Schlössern für maximal 3 m hohe Türen. Eine 10-jährige Funktionsgarantie und die serienmäßige Ausrüstung mit der besonders korrosionsbeständigen „RotoSil Nano“-Oberfläche rundeten den Pluspunkt-Katalog ab. Türenproduzenten profitierten zudem von der „durchdachten Plattformstrategie“, zu der u. a. die gemeinsame Konstruktionsbasis aller zylinder- und drückerbetätigten Schlösser gehöre. Ferner reduziere der modulare Aufbau die benötigten Teile und verringere so die Lagerkosten.

Kräftig erweitert
Den kontinuierlichen Ausbau des „DoorSafe“-Sortimentes bestätigten, wie es hieß, diverse Neuheiten. Dazu zählte die drückerbetätigte Mehrfachverriegelung „H 600“, die mit lediglich zwei Anschlussteilen die langfristige Dichtigkeit von bis zu 3 m hohen Türen gewährleiste. Mit der mechanischen Mehrfachverriegelung „C 600“ mit Dornmaß 25 mm bringe Roto eine kostengünstige und sichere Lösung speziell für schmale Profile auf den Markt. Die ebenfalls für die zylinderbetätigte Anwendung konzipierte Alternative „C 500“ biete aufgrund von zwei integrierten Kraftkeilen einen ausgeprägten Einbruchschutz bei doppelflügeligen Türen.

Die neue Mehrfachverriegelung „P 650“ sei nach DIN EN 1125 für Türen mit Panikfunktion zertifiziert. Durch das zweitourige Getriebe lasse sich die Tür leicht verriegeln. Das Pendant „P 600“ mit zwei Bolzenverriegelungen eigne sich gemäß DIN EN 179 für Notausgangstüren.

Eine weitere Premiere: die drückerbetätigte Automatikverriegelung „PowerLock“. Sie überzeuge durch eine einfache Montage, passe in Euronut und erfordere deshalb keine zusätzliche Fräsung und ermögliche eine Fallenumstellung auch im eingebauten Zustand. Für die speziellen Bedürfnisse in Frankreich sei das Schloss ab Dornmaß 28 mm in den Abständen 70 mm und 92 mm lieferbar. Auch das unterstreiche im Übrigen die generelle Kompetenz für länderspezifische Entwicklungen.

Mit zwei Sternen dekoriert
Ein weiteres Beispiel dafür wurde in der Produktfamilie „DoorLine“ präsentiert. Insgesamt verberge sich dahinter ein umfangreiches Bänderprogramm für PVC- und Alu-Türen in verschiedenen Preiskategorien und Designlinien. Verfügbar seien acht Serien für bis zu 160 kg schwere Flügel. Große Verstellwege ermöglichten die in der Praxis häufig erforderlichen individuellen Anpassungen der Bandseiten.

Im Wesentlichen speziell für den niederländischen Markt habe Roto die zweiteiligen Aufschraubbänder „117 H“ konstruiert. Die Neuheit komme bei nach außen öffnenden PVC-Türen aus Blockprofilen bis 160 kg zum Einsatz. Sie entspreche den CE-Bestimmungen (Klasse 14) und sei außerdem von dem in Europa anerkannten niederländischen SKG-Institut geprüft und mit zwei Sternen für nachgewiesenen Einbruchschutz belohnt worden. Weitere Argumente: keine Schmutzkanten durch geschwungenes Design, Langlebigkeit durch hochwertige Materialien, besserer Korrosionsschutz durch eloxalfähige Oberflächen, bequemes Handling durch passgenau verstellbare Bohrlehre sowie nach oben demontierbaren Achsstift.

Konkrete Fortschritte
Die „DoorPlus“-Palette vereine barrierefreie, schlagregendichte und thermisch getrennte Haus- und Balkontürschwellen, Boden-Türdichtungen und sonstige Zubehörelemente. Laut Roto gehören zu dem Schwellensystem „Eifel T/TB“ neue Komponenten. Die verstellbare Deckelbrücke, eine statisch stabile Verschraubung im Unterbauprofil, lasse sich ohne zusätzliche Fräsarbeiten in die Schwelle integrieren sowie im eingebauten Zustand bedienen. Das Leistungsprofil der Stulpdichtung dagegen umfasse u. a. die erhöhte Schlagregendichtigkeit im Stulpbereich, die einfache Montage, den durch den symmetrischen Aufbau ermöglichten Einsatz in unterschiedlichen Profilsystemen sowie die Anwendung mit Wetterschenkeln AD und MD.

Mit der automatisch senkbaren Boden-Türdichtung „Texel“ rundete der Bauzulieferer seinen türtechnischen Premieren-Überblick ab. Sie bewirke durch einen verbesserten Isothermenverlauf mehr Wärmeschutz und erfülle auch bei Temperaturschwankungen zuverlässig ihre Funktion. Ein weiterer Aktivposten sei die einfache Montage ohne Fräsarbeiten dank der Abstimmung auf 16 mm Euronut. Die Reduzierung auf zwei rechts bzw. links verwendbare, beidseitig um 125 mm kürzbare Baulängen schließlich habe in der Praxis den wichtigen Positiveffekt, mit wenig Bauteilen einen großen Einsatzbereich abzudecken.

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