23.06.2017

Roto bleibt im Kaufmodus

Roto akquiriert in China / Beschlag-Zulieferer Union Ltd. mit 450 Mitarbeitern übernommen / Investition in Expansion / Gestärkte Fertigungskompetenz / Finanzierung bestätigt Stabilität / Neuzugang weiter eigenständig / „Für Freihandel und gegen Abschottung“

Roto bleibt im Kaufmodus

Leinfelden-Echterdingen – (rp) Mit ihrer nächsten Firmenakquisition will die Roto Frank AG den Expansionskurs ihrer Division Fenster- und Türtechnologie weiter absichern. Dazu dient, wie der international tätige Bauzulieferer meldet, der Erwerb des südlich von Shanghai ansässigen Herstellers Union Ltd.. Die voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Monate wirksame Übernahme stärke die für spezifische Produkte in Wachstumsmärkten unverzichtbare Fertigungskompetenz. Das neue Gruppenmitglied sei ein „etablierter Anbieter“ von Komponenten und Halbteilen für Fenster- und Türbeschläge.

Der Kauf des bisher in Familieneigentum befindlichen Spezialisten basiert laut Dr. Eckhard Keill auf einer bewährten Geschäftsbeziehung. Nach Aussage des Roto-Vorstandsvorsitzenden fungiert Union seit Jahren als Zulieferer für Zinkdruckguss- und Aluminiumguss-Teile. Dabei erweise sich das breite Technologiespektrum des erworbenen Unternehmens mit seinen rund 450 Beschäftigten als wichtiger Parameter. Es umfasse z. B. die Pulverbeschichtung sowie diverse Druck- und Spritzgussverfahren.

Zum Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart. Ungeachtet dessen hebt Finanzvorstand Michael Stangier hervor, dass „die weiterhin starke Finanzposition die Realisierung dieser Akquisition problemlos ermöglicht“. Damit dokumentiere die Roto-Gruppe, die 2016 nach eigenen Angaben mit etwa 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 622 Mio. Euro erzielte, abermals ihre wirtschaftliche Stabilität. Es zeige sich deutlich, dass das für die Kunden im In- und Ausland bei der Wahl ihrer Industriepartner eine immer größere Rolle spiele.

Die Managementverantwortung bei Union gehe kurzfristig auf Roto über. Trotzdem bleibe die Firma künftig eigenständig und werde nicht in den Gruppen-Verbund integriert. Die Entscheidung begründet Keill mit „dem Respekt vor den übrigen Kunden unserer neuen Tochtergesellschaft“, zu denen u. a. Wettbewerber des Bauzulieferers gehörten. Für sie solle und werde der chinesische Produzent weiter ein „verlässlicher Partner“ sein.

Insgesamt bezeichnet der Roto-Chef das aktuelle Investment als „nächsten Schritt einer offensiven Strategie, die sich voll auf die Erfüllung weltweiter Markt- und Kundenanforderungen konzentriert“. Ihr Erfolg setze im Übrigen das konsequente Eintreten für Freihandel und gegen Abschottung voraus.

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